24. August 2009
Ölpest in Norwegen
Neue Informationen zur Ölpest in Norwegen! Öl aus Frachter “Full City” tötet unzählige Seevögel. Es sind bereits 700.000 liter Öl ins Meer geflossen…
Ölpest in Norwegen
-Öl aus Frachter “Full City” tötet unzählige Seevögel-

Über 700.000 Liter Öl sind ins Meer geflossen
Am 31. Juli lief der unter der Flagge Panamas registrierte Frachter “MV Full City” während eines Sturms ca. 3 Kilometer vor der Ortschaft Langesund auf harten Felsboden auf. Dabei ergossen sich über 700.000 Liter Schweröl ins Meer, verschmutzten die Skagerrak-Küste und töteten unzählige Tiere.
Das Tierrettungsteam der deutschen Meeresschutzorganisation Project Blue Sea ist seit Beginn der internationalen Rettungsarbeiten vor Ort. “Dies ist der dritte Katastropheneinsatz seit 2006 alleine in Norwegen”, so Sascha Regmann. “2006 gab es in Fredrikstad bei einer Pipeline ein Leck und Öl lief in den Fluss Glomma. 2007 brach vor der Insel Fedje in der Nähe von Bergen der Frachter MS Server auseinander.”
In diesem Fall sind neben Seehunden besonders viele Seevögel betroffen, da sich mehrere Vogelschutzgebiete in unmittelbarer Nähe des Unglücksortes befinden. Norwegische Ornithologen haben bislang 34 verschiedene Vogelarten gezählt, die durch das Öl in Mitleidenschaft gezogen wurden. Aufgefundene, ölverschmierte Tiere werden in einer eigens hierfür errichteten Station gesäubert, medizinisch versorgt und auf eine Widerauswilderung vorbereitet. Doch leider kann nur ein geringer Bruchteil der ölverschmierten Vögel lebend geborgen werden.
“Die Küste besteht fast ausschließlich aus scharfkantigem und rutschigem Fels”, so Regmann. “Da ist es alles andere als einfach, um an die Tiere heranzukommen. Derzeit befinden sich etwa noch 110 Vögel in der Rettungsstation. Vor allem Meeresenten wie Eider- und Samtenten sind betroffen. Doch auch Schwäne, Kormorane, Gänse und Möwen zählen zu den Opfern.”
Die norwegische Regierung sicherte eine schnelle, unbürokratische Hilfe zu und stellte zahlreiches Equipment zum Aufbau des Reha-Zentrums zur Verfügung. Umweltminister Erik Solheim besuchte die Station persönlich und machte sich ein Bild von der Arbeit zur Rettung der Vögel. Zahlreiche Anwohner aus Langesund und Umgebung meldeten sich freiwillig, um tatkräftig bei den Säuberungen zu helfen.

Minister Solheim in der Station
Mittlerweile wurde das havarierte Schiff in einen nahe gelegenen NATO-Hafen geschleppt. Beim Abschleppen des Frachters hat sich weiteres Diesel /Ölgemisch ins Meer ergossen. “Das Bergungsteam hatte keine andere Wahl, als den Havaristen schnellstmöglich von den Felsen zu schleppen”, erklärt Sascha Regmann. “Die Zeit der Stürme rückt näher und der Havarist musste so schnell es geht in einen sicheren Hafen geschleppt werden, um Schlimmeres zu verhindern.”

Die gewaschenen Vögel werden nun langsam auf ihre Auswilderung vorbereitet
Schätzungen zufolge belaufen sich die Kosten für den gesamten Katastropheneinsatz auf über 50 Millionen Euro. “In der Vergangenheit blieben wir eigentlich immer auf unseren Kosten sitzen”, erklärt Sascha Regmann. “Aber wir machen natürlich trotzdem weiter. Irgendjemand muss es schließlich tun.” Die Tierrettung wird aller Voraussicht nach noch mindestens zwei weitere Wochen andauern.

Norwegisches Küstenwachtschiff völlig verdreckt vom Schweröl
Informationen zum Havaristen
MV FULL CITY
Schiffstyp: Frachter
Baujahr: 1995
Länge: 167 m
Breite: 26 m
Gewicht: 26758 t
Geschwindigkeit: (Max / Durchschnitt): 15.3 / 13.9 Knoten
Flagge: Panama [PA]
Rufzeichen: 3FRQ4
IMO-Nummer: 9073672
MMSI-Nummer: 354459000
An Bord befanden sich zur Zeit der Havarie 1120 Tonnen Schweröl (IF180)
Fotos:
Kystvaket, Regmann, Gasol
Spendenkonto
Project Blue Sea e.V. -”Ölvögel Norwegen”-
Herner Sparkasse
Kto.Nr.: 2 33 66
BLZ: 432 500 30
International Bank Account Number:
DE35 4325 0030 0000 0233 66
SWIFT-BIC.: WELADED1HRN
Stand 21.08.2009





